Was ist zu beachten beim Fertigfutter für Hunde
|
Wenn ein Hund optimal ernährt wird, ist das die beste Vorsorge gegen Krankheiten und Parasitenbefall. Noch bis in die 1970er Jahre wurden die meisten Hunde mit Tischabfällen gefüttert. Seit dieser Zeit hat die Produktion von Fertigfutter enorm zugenommen und heute werden die meisten Hunde mit Fertigfutter ernährt.
Die heutigen Hunde (und Katzen), die fast ausschließlich mit Fertigfutter oder sonstiger gekochter Nahrung gefüttert werden, leiden irgendwann auch an all den Zivilisationskrankheiten (Allergien, Bluthochdruck, Zucker, Krebs usw.), an denen auch die Menschen aufgrund der zunehmend denaturisierten Nahrung leiden.
Den verwirrenden Angaben auf den Futteretiketten kann der Tierbesitzer meist nur wenig entnehmen. Bei den Tierfuttersorten sind jedoch die Qualitätsunterschiede enorm!
Ein gutes Hundefutter besteht
- Zum größten Teil aus hochwertigem Eiweiß: Muskelfleisch
("Fleisch", nicht "Fleisch und Fleischnebenerzeugnisse"; Angabe der Fleischart: z. b. "Rind" (Dose), "getrocknetes Rindfleisch" bzw. "Rindfleischmehl" (Trockenfutter))
- Einem kleinen Teil Innereien (liefern Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe)
- 30% (junge Hunde) bis 50% (ältere Hunde) aufgeschlossenem Vollkorngetreide und Gemüse (Kohlenhydrate und Fasern)
- hochwertigen Fettlieferanten: tierisch (Hühnerfett, Fischöl) und pflanzlich (Distel-, Leinsamen-, Mais-, Rapsöl)
- Vitaminen und chelatinierten Mineralien
- Natürlichen Antioxidantien wie Vitamin E und C (verhindern, dass das Fett im Trockenfutter ranzig wird)
Das Futter sollte auf gar keinen Fall enthalten
- Minderwertige Eiweißquellen unbekannter Herkunft ("Nebenerzeugnisse" (*), "pflanzliche Eiweißextrakte", Grieben)
- Verhältnismäßig großer Glutenanteil (pflanzliche Proteine) im Vergleich zum Fleischanteil
- Chemische (= künstliche) Konservierungsstoffe oder Antioxidantien (Ethoxyquin, BHA, BHT, Propylgallate)
(Leberschäden, Begünstigung von Tumoren)
- Farbstoffe
- Zucker, Karamell (Zahnstein, Diabetes)
- Digest (hydrolysierte Extrakte)
- Einen hohen Anteil an schwerverdaulichen Kohlenhydraten wie Stärke (Durchfallgefahr) bzw. Zellulose (Erdnusshülsen, Holzschliff) (Verdauungsprobleme)
(*) Laut europäischen Futtermittelgesetzen können "Fleisch- und tierische Nebenerzeugnisse" beinhalten:
Haut, Schwarte, Hufe, Federn, Hörner, Hühnerköpfe und -füße, sowie Wolle, Lunge, Geschlechtsorgane, Därme und alle anderen, minderwertiges Eiweiß enthaltenden bindegewebreichen Schlachtabfälle.
Anmerkung: Nicht alle "Nebenerzeugnisse" sind schlecht, dazu können auch Innereien gehören, die in gewissem Umfang in der Tiernahrung erwünscht sind.
Es ist jedoch bei der Verwendung der Gruppenbezeichnung "Nebenerzeugnisse" unmöglich, die genaue Zusammensetzung zu erkennen. Firmen, die qualitativ hochwertige Fertigfutter produzieren, werden sich nicht hinter diesem Begriff verstecken, sondern genau auflisten, was in ihren Produkten enthalten ist (oft findet man einen Hinweis: "ohne Nebenerzeugnisse"). Im Zweifelsfall kann man beim Hersteller eine genaue Auflistung der verwendeten Zutaten schriftlich anfordern.
Informationen auf der Verpackung Folgende Informationen müssen Hersteller auf Dosen und Trockenfutterverpackungen angeben:
- Garantierte Analyse (in Form von Prozenten)
- Liste der Inhaltsstoffe, nach Gewicht geordnet
- Bezeichnung: Allein- oder Einzelfuttermittel
Garantierte Analyse
Angabe der Minimumgehalte an Eiweiß (Protein) und Fett, sowie der Maximumgehalte an Asche, Fasern und Wasser.
Eiweiß ist der wichtigste Inhaltsstoff für Hunde und Katzen.
Gute Eiweißquellen:
- Muskelfleisch (v. a. Huhn, Lamm)
- Eier
- Hüttenkäse
- Herz (= Muskelfleisch)
- Leber (in Maßen!)
Pflanzliche Proteine: Weizen, Hafer, Mais, Soja
Hunde und Katzen sind Beutetierfresser, das Eiweiß in ihrer Ernährung sollte daher hauptsächlich tierischen Ursprungs sein!
Problem: Die Hersteller geben die Proteinmengen als Rohprotein an. Da Rohprotein gleich der Gesamtmenge an Eiweiß ist, erlaubt dies keine Rückschlüsse darauf, wie wertvoll das enthaltene Eiweiß ist und wie viel davon das Tier tatsächlich verwerten kann.
In Federn ("hydrolyzed Protein") ist z. b. sehr viel Eiweiß enthalten, der Körper des Tieres kann diese Sorte Eiweiß jedoch nicht verwerten.
Der Schlüssel zu gutem Futter ist somit die Verdaulichkeit . Die Hersteller dürfen die Verdaulichkeitswerte nicht angeben. Tierhalter können jedoch relativ leicht herausfinden, ob die Verdaulichkeit des Futters gut ist, d. h., ob ihr Tier Nahrung aus wertvollen oder aus minderwertigen Zutaten erhält.
- Ausscheidung:
Je größer das Volumen an Ausscheidungen im Verhältnis zu der gegessenen Menge an Futter, desto minderwertiger ist das Futter.
- Größe der vom Hersteller auf der Verpackung angegebenen Fütterungsempfehlung:
Je größer die empfohlene Tagesration, desto schlechter die Qualität des Futters.
|
| Liste der Inhaltsstoffe Gibt Hinweise darauf, ob das Futter biologisch wertvoll ist, d. h., wie gut der Körper die die Proteine verwerten kann.
Bioverwertbarkeit:
- Eier: 100%
- Hühnerfleisch: 90%
- Rind: 78%
- Weizen: 60%
- Mais: 54%
Man sollte darauf achten, dass die Art des Fleisches angegeben wird: Rind, Huhn, Lamm. Wenn auf dem Etikett nur "Fleisch" steht, können Fleisch-Gemische enthalten sein, oft sehr viel Schwein, das keine wertvolle Nahrung darstellt.
Die Auflistung der Inhaltsstoffe erfolgt nach dem Gewicht. Steht jedoch "Rind" an erster Stelle, heißt das noch lange nicht, dass Rind auch der Hauptbestandteil dieses Futters ist. Liest man weiter, kann z. b. folgen: Weizenmehl, Weizenkleie, Fett, Weizen (als Körner), . Zählt man die verschiedenen Weizenanteile zusammen, ist in Wirklichkeit der Weizenanteil größer als der Fleischanteil!
Ein weiteres Problem ist die Auflistung von Zutaten als "frisch" (= ungetrocknet). Sie wiegen durch den hohen Wasseranteil mehr und werden daher vorn als Hauptzutaten aufgelistet. Auch hier kann real der Getreideanteil höher als der Fleischanteil sein, da z. b. getrocknetes Sojamehl wesentlich weniger wiegt als Frischfleisch. Für 1 kg getrocknetes Fleisch braucht man ca. 5 kg Frischfleisch!
Eine Angabe bei Trockenfutter kann z. b. sein: Truthahn / Truthahnfleisch / Truthahnfleischmehl / Truthahnmehl - auf den ersten Blick alles das Selbe. Doch die Unterschiede sind beträchtlich:
Truthahn: Nebenerzeugnisse! Wird noch getrocknet.
Truthahnfleisch:
Zum größten Teil Fleisch, aber gewogen als Frischfleisch vor dem Trocknen . Nach dem Entzug des Wassers und dem Trocknen hat es nur noch ca. 30% seines ursprünglichen Gewichtes.
Getrocknetes Truthahnfleisch oder Truthahnfleischmehl:
Das Fleisch nach dem Trocknen . Sinkt also in der Inhaltsangabe nicht nach unten, weil es so verwendet wird, wie es ist.
Truthahnmehl: Getrocknete Nebenerzeugnisse. Kein Fleisch .
Allein- oder Einzelfuttermittel
Alleinfuttermittel: Vollnahrung, mit der allein ein Tier ernährt werden kann.
Einzelfuttermittel: müssen mit entsprechendem Beifutter (z. b. Flocken, Vitaminen) ergänzt werden.
Da es in Europa keine diesbezüglichen Vorschriften gibt, obliegt die Deklaration allein dem Hersteller.
Tiernahrungszutaten
Tierische Zutaten
"Fleisch"
- Wird in der europäischen Tierernährung nicht genau definiert. Hier gilt oft die Bezeichnung "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse".
- Kann eine Mischung von verschiedenen Sorten sein, es sei denn, die Quelle wird angegeben (Huhn, Lamm, Rind).
"Fleischnebenerzeugnisse"
- Gehirn, Lunge, Nieren, Blut, Knochen, Gewebe, Sehnen, Haut, Drüsen, Geschlechtsorgane, Mägen, Därme, .
"Geflügelnebenerzeugnisse"
- Köpfe, Füße, Eingeweide, Darm, Blut, Federn
"Fischmehl"
- Getrockneter, gemahlener Fisch als Ganzes oder in Teilen. Meist nach Entfernung des wertvollen Fischöls.
"Digest"
- Flüssigkeit, die von tierischen Geweben durch Hydrolyse hergestellt wird und die Akzeptanz des Futters erhöht.
Sonstige Zutaten
Maisgluten
- Rest bei der Herstellung von Maissirup, -stärke
- Enthält Eiweiß und säuert den Urin an
- Viele Tiere reagieren allergisch auf Mais
Sojamehl
- Nebenprodukt der Sojabohnenölherstellung mit hohem Eiweißgehalt
- Biologische Verwertbarkeit wesentlich niedriger als die von Fleisch
- Manche Tiere reagieren allergisch auf Sojamehl (Durchfall, Blähungen, Hautjucken)
Zellulose
- Unfermentierbare Rohfasern
- Hohe Rohfasergehalte vermindern die Verwertung des Nahrungsproteins, der übrigen Kohlenhydrate sowie der Fette und können die Aufnahme der Vitamine beeinträchtigen.
Edelhefe, Torulahefe
- Nährstoffreich
- Wertvolle Vitamin-B-Quelle
Getrocknete Algen, Spirulina
- Natürliche Quelle für viele Mineralstoffe und Spurenelemente
Unschädliche bzw. wichtige Zusatzstoffe
- Biotin (Vit. H)
- Calciumcarbonat (Kalziumquelle)
- Calcium Phosphat (enthalten in Knochen)
- Chlorine, Chloride (wichtig für den Wasserhaushalt des Körpers und für die Verdauung)
- Cholin (Fettstoffwechsel, Membranbildung), enthalten in Eiern, Leber, Haferflocken
- Dicalcium (Knochenmehl), natürliche Quelle für Calcium
- Garlic, Knoblauch (anders als Zwiebel ist Knoblauch für Hunde und Katzen unbedenklich)
- Folsäure (B-Vitamin-Gruppe), enthalten in Haferflocken und Leber
- Fe-oxid (Eisen; Spurenelement)
- Guar Gum (Stabilisator natürlichen Ursprungs)
- Inositol (B-Vitamin-Gruppe), enthalten in Lecithin
- Kobalt (Spurenelement)
- Kupfer (Spurenelement)
- Magnesiumoxid (Mineralstoff)
- Menadion natrium bisulfit (Quelle von Vitamin K)
- Natriumchlorid (Kochsalz)
- Niacin (Vitamin B3), enthalten in Leber, Herz, Niere, Hefeflocken, Hühnerfleisch, Eigelb
- Potassiumchlorat (Quelle für Kalium; Mineralstoff)
- Potassiumcitrat (natürliche Form von Kalium)
- Provitamin-A (Beta-Carotin), wirkt antioxidativ
- Sodium Ascorbate (natürliche Form von Vitamin C)
- Sodium (Salz)
- Taurin (Aminosäure), besonders wichtig für Katzen!
- Methionin (Aminosäure), wichtig für den Leberstoffwechsel
- Vitamin A (Retinol), enthalten in Leber, Eigelb, Fischlebertran.
Kann überdosiert werden! Deshalb sollte Hunden/Katzen kein Lebertran zugefüttert werden und übermäßige Fütterung von Leber vermieden werden!
- Vitamin B2 (Riboflavin), enthalten in Hefeflocken, Hüttenkäse, Hühnerleber
- Vitamin B5 (Panthenol), enthalten in Leber, Niere, Eigelb, Hühnerfleisch
- Vitamin B6 (Pyridoxin), enthalten in Hefeflocken, Weizenkeime, Leber, Niere, Herz, Rindfleisch, Eigelb
- Vitamin B12 (Cobalamin), enthaltenin Leber, Rindfleisch, Käse, Eigelb
- Vitamin C (Ascorbinsäure)
- Vitamin D (Calciferol), enthalten in Eigelb, Fischöl, Leber
- Vitamin E (Tocopherol), enthalten in Hefeflocken, Leber
- Zinc Carbonate, Z. Oxide, Z. Sulfate (Quellen für Zink; Spurenelement)
Schädliche Zusatzstoffe (neben den künstlichen Konservierungsstoffen)
- Propylen glycol (Konservierungsstoff und "Süßstoff"; wird verwendet als Frostschutzmittel! Äußerst gesundheitsschädlich!)
- Zucker (Karamel) gehört nicht ins Tierfutter! Es wird hinzugefügt, um den Geschmack zu verbessern. Ständige Zuckerzufuhr verursacht Karies und ruft auf Dauer Probleme mit der Bauchspeicheldrüse (Diabetes) und den Analdrüsen hervor.
In Europa müssen nur wenige Zusatzstoffe gesetzlich vorgeschrieben deklariert werden. Die verwendeten Aroma- und appetitanregenden Mittel, Säureregulatoren, Emulgatoren, Stabilisatoren, Verdickungs- und Geliermittel müssen nicht deklariert werden!
|
|